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Aktien haben den Zehn-Jahres-Dauertest souverän bestanden

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Wer im Frühjahr 2007 Aktienfonds gekauft hat, ist heute mit ziemlicher Sicherheit deutlich im Plus. Die kräftigen Kursverluste in der Finanzkrise 2008/2009 wurden längst mehr als wettgemacht. Das für viele Anleger überraschende Ergebnis: Ein durchschnittlicher weltweit gestreuter Aktienmix hat in den vergangenen zehn Jahren insgesamt rund 50 % Gewinn erzielt. Von Mag. Martin Kwauka

Die größte Sorge vieler Anleger ist es, zum falschen Zeitpunkt Geld zu investieren, zum Beispiel unmittelbar vor einem Börsen-Crash Aktien zu kaufen. Kurzfristig sind dann die Verluste schmerzlich, keine Frage. Aber wie sieht es langfristig mit einem gut gestreuten Aktienmix aus? Machen wir einmal den Realitäts-Check und werfen einen Blick zehn Jahre zurück. Stellen Sie sich vor, Sie hätten ausgerechnet im Frühjahr 2007 den Betrag von 10.000 € an der Börse investiert. Also im Rückblick zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, nur ein paar Monate vor dem Höhepunkt einer spektakulären Kursrallye, die im Juli 2007 die Höchstkurse erreichte. Danach brach die größte Finanzkrise der vergangenen 80 Jahre aus. Der Weltaktienindex MSCI World fiel bis März 2009 um 59 %, der österreichische ATX sogar um 72 %.

Doch heute sieht die Welt wieder ganz anders aus. Fast alle Anleger, die vor zehn Jahren Aktien gekauft haben, sind heute im Plus, die meisten sogar deutlich. Wer zum Beispiel im März 2007 den Betrag von 10.000 € in einen Weltaktienfonds investierte, hat den Einsatz bis heute auf durchschnittlich 15.180 € vor Steuern vermehrt. Der beste Fonds schaffte sogar 18.110 €. Man musste schon sehr viel Pech haben, Geld zu verlieren. Von den 287 Weltaktienfonds, die laut dem Fonds-Analysehaus Morningstar schon mindestens zehn Jahre bestehen, liegen heute 284 im Plus und bloß drei im Minus. Die meisten Fonds warfen zwischen vier und fünf % Rendite pro Jahr ab. Das heißt: Selbst Anleger, die einen extrem ungünstigen Kaufzeitpunkt erwischten, liegen zehn Jahre später weit im Plus. Wer den Mut hatte, in der Finanzkrise das Depot aufzustocken, konnte das Geld sogar mehr als verdoppeln.
Auch mit einem Europaaktien-Fonds liegen die Anleger längst wieder im Plus, wenn auch nicht ganz so weit wie mit weltweit gestreuten Aktien. Im Schnitt vermehrten sich 10.000 € zwischen März 2007 und März 2017 laut morningstar.at auf 13.000 €. Nur sieben von 218 Fonds sind noch im Minus, der beste erreichte sogar 17.980 €.
Zugegeben, mit Österreich-Aktien fällt der Zehn-Jahres-Test weniger erfreulich aus. Von 23 Fonds lagen zum Stichtag erst drei im positiven Bereich, und das auch nur knapp. Dafür waren mit Biotech- und Technologie-Fonds in vielen Fällen zweistellige Erträge zu holen. Der im Rückblick beste Tech-Aktienfonds erreichte eine durchschnittliche Jahresrendite von 12,7 %. Der Sieger im Bereich Biotech verzeichnet sogar ein Plus von 18,8 %.
Fazit: Aktien haben den Dauertest über zehn Jahre mit Bravour gemeistert und selbst eine heftige Finanzkrise letztlich gut überstanden. Der Zeitpunkt des Einstiegs ist an den Börsen zweitrangig, zumindest für denjenigen, der einen langen Atem hat. Das sollte Sparern, die heute mit Zinsen nahe Null abgespeist werden, zu denken geben, wenigstens einen kleinen Teil des Vermögens langfristig in Aktien zu veranlagen. Welche Fondskategorie von heute aus gesehen in zehn Jahren vorne liegt, lässt sich naturgemäß nicht vorhersagen. Mit einem möglichst breit gestreuten Depot stehen jedenfalls die Chancen, in der Gewinnzone zu landen, am besten.

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